Stadtchronik

Teil 2: 1900 - 1959

1900

Der Stadtrat von Landau und die Markträte von Eichendorf, Simbach und Arnstorf richten eine Petition an die „Hohe Kammer der Abgeordneten“ in München, um den Bau einer Lokalbahn von Landau nach Arnstorf zu genehmigen. Als der Eingabe entsprochen wird, herrscht in Landau Jubelstimmung. Bis zur „Jungfernfahrt“ des „Bockerls“ wird es noch drei Jahre dauern. Die ersten Straßenlampen werden in Landau montiert. Es sind „Helios“- Lampen, die allerdings nur schwache Lichtleistung bringen. Auf Anregung von Bezirksamtmann F. X. Bader (von 1896 bis 1900 in Landau) wurde der Marienplatz mit einer Lindenallee bepflanzt. Der letzte Landauer Postillion Johann Baptist Steghafner beendigt seinen Dienst und geht in Ruhestand.

1901

Marienplatz um 1900

Die hiesige Telegraphenanstalt bekommt einen Morseapparat.
Landau bekommt seine zweite Telefonstelle. Sie befindet sich in der Oberen Stadt, nachdem die Untere Stadt schon seit drei Jahren ein öffentliches Telefon hat.
Die marode Brücke über den Stadtgraben beim ehemaligen Oberen Tor zwischen Kastenhof und Wegmann wird durch eine neue steinerne Brücke ersetzt.

1902

Der 19. Bayerische Handwerkstag findet in den Mauern der Bergstadt statt. Dabei wird der „Zentral- Handwerker- Genossenschafts- Verband“ aus der Taufe gehoben. Aus ihm ist der jetzige Bayerische Genossenschaftsverband hervor gegangen. Die Landauer Handwerker werden ausdrücklich zur Gründung einer örtlichen Handwerkergenossenschaft ermutigt.

1903

Die Eisenbahnbrücke über die Isar, eine eiserne Bogenbrücke ohne Pfeiler, wird über die Isar gespannt und hält der Belastungsprobe von mehreren Lokomotiven stand.
Die Lokalbahn, das „Bockerl“, Landau – Arnstorf wird eröffnet.
Im September beruft der hiesige Bader Valentin Wegmann eine Versammlung in den Kiendl- Saal am Marienplatz ein, mit dem Zweck, eine freiwillige Sanitätskolonne in Landau zu gründen. Er selber wird 2. Vorsitzender, Andreas Marb, der spätere Bürgermeister, wird 1. Vorstand.

1904

Gehsteige gibt es jetzt auch in der Unteren Stadt.
Auf der neu eröffneten Bahnstrecke Landau - Arnstorf werden in diesem Jahr 34.000 Tonnen Güter transportiert sowie 94.000 Fahrgäste befördert.
In der Nacht zum 18. November bricht im Bräuhaus der Großbrauerei Franz Grandl (heute Krieger) ein verheerendes Feuer aus und äschert die Gebäulichkeiten bis auf die Grundmauern ein. Kurz darauf entsteht an gleicher Stelle das jetzige Brauereigebäude.

1905

Holzbrücke über die Isar ca. 1905

Die „Handwerker-Kreditgenossenschaft Landau a.d.Isar“, die spätere Volksbank, steigt ins Bankgeschäft ein.
Im Bürgerspital Landau treten die Barmherzigen Schwestern ihren aufopferungsvollen Dienst an und versehen ihn bis zum Umzug des Spitals in das neue Haus in der Dr.-Godron-Straße im Jahre 1986.
In der Unteren Stadt wird das von dem renommierten Architekten Ganzenmüller konzipierte Brauereigebäude fertig gestellt. Es ist die Braustätte für den Grandl-Bräu und später für den Krieger-Bräu.
In Landau findet ein großes Gauturnfest anlässlich des 25-jährigen Vereinsjubiläums des Turnvereins statt, an dem 27 auswärtige Vereine teilnehmen.
Landau zählt 776 Haushalte mit insgesamt 3.308 Einwohnern.

1906

Laut Magistratsbeschluss werden in Landau Platz- und Straßennamen eingeführt. Die bisherigen fortlaufenden Hausnummern werden überflüssig.
Das königlich bayerische Bezirksamt Landau a.d.Isar bekommt mit Bezirksamtmann Otto Burger einen neuen Amtschef, der bis 1912 bleibt, im „alten Landratsamt“ seine Dienststelle hat und dort auch wohnt.

1907

Oberer Stadtplatz ca. 1910

In den sechs Klassen der Mädchenschule besuchen 325 Schülerinnen die Werktagsschule und 126 die Feiertagsschule. Das ergibt einen Durchschnitt von 54 Schülerinnen pro Klasse.
Die eiserne Straßenbrücke über die Isar löst die hölzerne ab.

1908

Der Erweiterungsbau des Knabenschulhauses (jetzt VHS) in der Unteren Fleischgasse wird bezogen. Die Baukosten belaufen sich auf 38.175 Mark 56 Pfennig.

1910

Erstmals wird in Landau der Schäfflertanz aufgeführt.
Zum hiesigen Volksfest müssen Sonderzüge eingesetzt werden. Das Landauer Volksfest beweist seine Anziehungskraft.
In Landau kommt es zum „Bierkrieg“. Die Ziegeleiarbeiter in Möding treten in Bierstreik, weil der Preis für die Maß von 20 auf 24 Pfennig erhöht worden ist.

1911

Stadtbild um 1910

Der Bau eines Hochwasserdammes für die Isar wird abgeschlossen.
Prinzregent Luitpold besucht die alte Wittelsbacherstadt. Zu diesem denkwürdigen Anlass wird in Landau eine eigene Festschrift erstellt.

1912

Landau bekommt eine zentrale Hochdruckwasserleitung, die sich aber schon bald als zu klein erweisen wird.
Schloss Tannegg in Unterframmering entsteht aus dem Umbau des Bauernhofes „Am Berg“.

1913

Wilhelm Krieger sen. erwirbt die Grandl-Brauerei, ersetzt sehr bald die traditionellen Holzlagerfässer durch Alu-Behälter und baut die Brauerei konsequent zu einem modernen Industriebetrieb um.

1914

Fleischgasse um 1914

Der Wochenlohn für einen guten Gesellen beträgt derzeit 5 Mark bei freier Kost und Logis.
Im Krieger- Saal im Gasthaus „Zur Post“ hat das „Kinotheater“ in Landau Premiere mit Vorführungen am Samstag und Sonntag.
Die Nachricht vom Ausbruch des Krieges am 2. August löst in Landau große Freude aus. Schon Mitte Oktober hat die Stadt aber den ersten Gefallenen im 1. Weltkrieg zu beklagen.
Die Karriolpost (leichtes Post-Pferdefuhrwerk) fährt zum letzten Mal die Linie Landau – Oberpöring.

1915

Als die Zahl der an der Front verwundeten Soldaten stark anwächst, werden öffentliche Gebäude in der Heimat als Verwundetenlazarette eingerichtet, so in Landau das 1908 fertig gestellte neue Gebäude der Knabenvolksschule.
Die Lokalbahn Landau – Arnstorf erhält von Aufhausen aus eine Abzweigung ins untere Vilstal bis Kröhstorf.

1917

Zwei Glocken des Geläuts von St. Maria müssen abgeliefert werden und werden vom Turm geholt. Anstatt „Schwerter zu Pflugscharen“ zu machen, werden „Kirchenglocken zu Kanonenrohren“ gegossen.

1918

Das Kriegsende löst in der Bevölkerung Jubel und Erleichterung aus.

1919

Die Ludwigstrasse im letzten Jahrhundert

Der SPD-Ortsverein Landau wird gegründet.
Der radikale „Bauernbündler“ Konrad Kübler zieht in das 1. bayerische republikanische Parlament ein.
Der Bürstenbindermeister Andreas Marb wird zum Bürgermeister Landaus gewählt und bleibt es bis 1934, bis die Nazis in totalitärer Weise auch auf kommunaler Ebene die Macht übernehmen.
Der 1880 gegründete Turnverein Landau hat seit Oktober auch eine Damenriege.

1920

Das Postamt bekommt ein neues Amtsgebäude gegenüber dem „Sichartstadel“ (heute Teleprofi Gruber).
Arthur Piechler, bekannter Komponist aus Landau und späterer Domorganist in Augsburg, übernimmt den Dirigentenstab des hiesigen Gesang- und Orchestervereins und vier Jahre später auch das Amt des 1. Vorstands. Er ist die berühmteste Landauer Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts und wird Ehrenbürger der Stadt.

1922

In Landau wird die neue „Landwirtschaftsschule“, gleich neben der Sparkasse, in der Oberen Stadt bezogen.

1923

Das Kriegerdenkmal am östlichen Marienplatz wird fertig gestellt. Es kostet 13,5 Millionen Inflationsmark und ist ein Werk der Landauer Bildhauer Karl und Rose von Ranson.
Im November kostet ein Tag Aufenthalt im Landauer Bezirkskrankenhaus schon 25 Billionen Reichsmark (25.000.000.000.000 RM).
Im Dezember kostet ein Pfund Rindfleisch 1 Billion 800 Milliarden Mark. Es ist der Höhepunkt der Inflation. Nur Sachwerte zählen noch.

1924

Im 700. Jahr seit der Stadtgründung scheitert die Idee endgültig, die Isar schiffbar zu machen.
Die Umstellung auf Goldmark macht den Landauer Geldinstituten die Kreditgewährung bis auf weiteres unmöglich.

1925

Die Familie Gerhaher übernimmt die Ziegelei Möding und modernisiert sie.

1926

Undatierte Aufnahme des Marienplatzes

Die Stadt kauft für die eigene Stromerzeugung in Kiel einen Dieselmotor, der im 1. Weltkrieg ein kaiserliches U-Boot angetrieben hat. Der Koloss von 10m Länge und 3m Breite muss in Einzelteile zerlegt werden, um mit der Bahn nach Landau geliefert werden zu können.

1927

Kaspar Kellner (geb. 1883) wird Stadtpfarrer in Landau und bleibt es bis Ende 1931. Sein Nachfolger wird Johann Baptist Huber.

1929

Ein mächtiger Eisstoß auf der Isar gefährdet die Brücken. Man kann den Fluss ohne Brückenbenutzung auf den Eisschollen überqueren.

1930

Unter der Regie der „Förderer“ wird im Fasching eine „Zigeunerhochzeit“ veranstaltet, die riesigen Zulauf aus Nah und Fern hat. Sie wird bis in die 50er Jahre herein zur Tradition und bestätigt Landaus Ruf als Faschingshochburg in Niederbayern.

1931

Luftbild Landau vor dem zweiten Weltkrieg

Das katholische Jugendheim wird auf der Marienhöhe eingeweiht. Es ist bis zu den Repressalien durch das totalitäre 3. Reich ein Hort für die katholische Jugend. Nach dem Krieg wird es Jugendherberge und muss schließlich dem Schulgebäude der Lebenshilfe weichen.

1933

Am 4. März, dem Tag vor der Reichstagswahl, kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen SA und Mitgliedern der „Bayernwacht“, die der Bayerischen Volkspartei (BVP) nahe stehen. Die Bayernwachtler werden angepöbelt und ziehen sich in den Pfarrhof zurück, was Pfarrer Huber auf den Plan ruft, der von den SA-Leuten massiv verbal und tätlich angegriffen wird.
Bei den letzten freien Reichstagswahlen im März ergibt sich folgendes Wahlergebnis für Landau: Bayerische Volkspartei 879 Stimmen, NSDAP 541 Stimmen, Bayerischer Bauern- und Mittelstandsblock 278 Stimmen, SPD 251 Stimmen und KPD 114 Stimmen.
Die evangelisch - lutherische Kirchengemeinde Landau erhält eine Seelsorgestelle für einen Vikar.
Am 15. Mai wird der Fabrikarbeiter und Stadtrat Matthäus Kragleder aus der „Schutzhaft“ der Nazis wieder entlassen. Er hatte sich geweigert, sein Haus am 1. Mai zum „Tag der Arbeit“ mit Hakenkreuzfahnen zu beflaggen.

1935

Nach dem „Landauer Boten und Anzeiger“ muss nun auch Küblers Blatt, das „Landauer Volksblatt“, sein Erscheinen einstellen.

1936

Im Stadtgraben wird die erste Landauer Stadthalle und Turnhalle gebaut und am 20. Dezember eingeweiht.

1937

Das „NSV-Gesundheitshaus“, das spätere Landauer Krankenhaus, entsteht in der jetzigen Dr.-Godron-Straße.
Die Nazis übernehmen den klösterlichen Kindergarten.

1938

Bei Beerdigungen von Mitgliedern örtlicher Vereine darf ab sofort die Vereinsfahne nicht mehr mitgetragen werden.
Die Gehaltszahlungen für die klösterlichen Lehrkräfte an der Mädchenschule enden im August. Sie dürfen nicht mehr unterrichten.
Eine Bedienung aus der Zeit erinnert sich an 32 Gaststätten und vier Kaffeehäuser in der Stadt.

1939

Der Bahnhof 1939

Das Amtsgericht Landau bekommt an der Hochstraße ein eigenes stattliches Gebäude, nachdem es bisher im Kastenhof untergebracht war.
Ab 1. Oktober versendet Stadtpfarrer Huber „Feldpostbriefe“, insgesamt 14 an der Zahl, im monatlichen Abstand an Frontsoldaten aus seiner Gemeinde und wird der „offenen Hetze gegen das Regime“ bezichtigt.
Der 1. Gefallene des 2. Weltkriegs aus Landau ist Richard Fuchsberger.

1940

Ein schweres Hochwasser entsteht nach einem Dammbruch bei Harburg.

1942

Stadtpfarrer Johann B. Huber wird ins KZ Dachau verbracht und stirbt nach vier Monaten Inhaftierung.

1944

Konrad Kübler wird, wie 1934 nach dem Hitler-Attentat, wiederum ins KZ eingeliefert. Er bezeichnet Flossenbürg nach seiner Befreiung als „Vernichtungslager“.

1945

Beide Landauer Brücken werden Ende April, noch kurz vor dem Anrücken der Amerikaner, von den Deutschen gesprengt. Landau soll auf Befehl der SS verteidigt werden.

Das Rathaus nach der Bombardierung 1945
Am 30. April wird das Rathaus durch amerikanischen Beschuss zerstört. Starke Zerstörungen gibt es auch in der Altstadt. Insgesamt sind 22 Tote auf deutscher Seite zu beklagen.
Die in Landau eintreffenden Truppen der 3. US Army nehmen erstaunt zur Kenntnis, dass es in Landau weder einen Adolf-Hitler-Platz noch eine solche Straße gibt.
Ein provisorisches Wiesenlager der Amerikaner im Frammeringer Moos für deutsche Kriegsgefangene und Mitglieder der legendären Wlassow-Armee wird errichtet.
Die Monatsration in der frühen Nachkriegszeit beträgt pro Erwachsenem 8kg Brot, 800g Fleisch, 250g Zucker und 125g Fett. Wegen des landwirtschaftlich geprägten Umlandes muss aber niemand ernstlich hungern.

1946

Der erste demokratisch gewählte Bürgermeister ist Konditormeister Alois Lohmeier. Kommissarischer Landrat des Landkreises Landau wird Konrad Kübler.

1947

Die Volkshochschule Landau wird als Erwachsenenbildungseinrichtung gegründet, im Jahr darauf tritt man dem Bayerischen Vokshochschulverband bei.

1948

Die Isarbrücke im Winter 1950

Das neue Geläut in St. Mariä Himmelfahrt wird geweiht. Es ist der erste große Auftrag für den Passauer Glockengießer Rudolf Perner, einen Flüchtling aus Böhmen.
Landau wird eine eigene evangelisch-lutherische Pfarrei. Dingolfing bleibt bis 1949 exponiertes Vikariat von Landau.
Mit der langsamen aber stetigen Zunahme des Verkehrs bekommt die Stadt ein Problem mit ihren Straßen. Bis auf ein paar hundert Meter befestigter Straßen in der Altstadt handelt es sich bei allen anderen ausschließlich um Straßen mit Kies- oder Sandbelag.

1949

Auf dem Spitalplatz wird der erste Ferkelmarkt nach dem Krieg abgehalten. Er findet in den folgenden Jahren jeden ersten Freitag im Monat statt.
Die „Verbandsmittelschule“ Landau ist die 1. Mittelschule (Realschule) Bayerns, Dr. Viktor Karell, der „Vater der bayerischen Mittelschulen“, wird ihr erster Direktor.
Die 725-Jahrfeier des Stadtjubiläums wird in angemessenem und bescheidenem Rahmen begangen. Höhepunkt ist der große Volksfest-Festzug mit den Vereinen der Stadt.

1950

Das neue Rathaus

Das 1945 zerstörte Rathaus wird als Neubau fertig gestellt und in Betrieb genommen.
Fahnenweihe der Freiwilligen Feuerwehr Landau: Kommandant und Vorstand ist Hans Kick, der spätere 1. Bürgermeister.
Die motorisierte „Kraftpostlinie“ löst den zweispännigen Paketzustellwagen in der Bergstadt ab.

1951

Der Grundstein für das „Flurbereinigungsamt für Niederbayern“ wird gelegt.

1952

Die Grundsteinlegung der neuen evangelischen Kirche erfolgt an der gleichen Stelle des 1894 erbauten evangelischen Bethauses.

Der Sebastianibrunnen
Ende August beginnt man gegenüber dem heutigen Festplatz mit dem Bau der Turnhalle und stellt sie ein Jahr später fertig. Schon bei Baubeginn der Turnhalle kann der großzügig angelegte Sportplatz in unmittelbarer Nähe in Betrieb genommen werden.
Bischof Simon Konrad weiht die nun wieder instand gesetzte Isarbrücke.

1953

Einweihung der neuen evangelischen Friedenskirche durch Oberkirchenrat Koller aus Regensburg, dem Vater des späteren Landauer Pfarrers.
Die seit 1949 bestehende staatliche Mittelschule erhält ein modernes Schulgebäude links der Isar. Sie steht Jungen und Mädchen gleichermaßen offen, wenn sie auch in getrennten Klassen unterrichtet werden.
Im Herbst werden die umfangeichen Außenrenovierungen der Steinfelskirche unter Konservator Fritz Blum abgeschlossen, die alle vorhandenen Mittel restlos aufbrauchen. Eine Straßensammlung für Maria im Steinfels ist aber nicht möglich.

1954

Der Stadtgraben

Die Errichtung einer staatlichen Oberrealschule für Landau wird vom Stadtrat beantragt. Sie soll an die Mittelschule angebaut werden und mit einem eigenen Internat versehen sein. Aber erst 15 Jahre später wird Landau seine höhere Schule, aber nicht an diesem Standort, erhalten.
Am Plan, in Landau eine Zuckerfabrik zu errichten, wird fieberhaft gearbeitet. Die Erhebung von Anbauflächen im Einzugsgebiet Landau umfasst die Landkreise Landau, Dingolfing, Vilshofen, Eggenfelden, Pfarrkirchen, Griesbach, Deggendorf, Straubing, Vilsbiburg, Landshut, Mallersdorf und Bogen und bringt die vom Ministerium geforderte Anbaufläche von 8000ha. Die Fabrik soll am Bahnhof entstehen. Die B20 als Nord-Südachse sei bei der Standortwahl ein großes Plus für Landau, wird argumentiert. Plattling läuft Landau aber den Rang ab.
Beim „Jahrhunderthochwasser“ der Isar wurden in Landau 419 Schadensfälle mit einer Schadenssumme von 750.000 DM gemeldet.
Der Stadtbauhof wird auf dem Gelände des alten Viehmarktplatzes in der Unteren Stadt gebaut (nördlich des Spitals).
Das Dachziegelwerk Möding ist mit 170 Mitarbeitern weiterhin der bedeutendste Arbeitgeber im Landkreis Landau.
Bei der Einweihungsfeier des neuen Geläutes von St. Maria stürzt die Marienglocke mit 46 Zentner aus 20 Meter Höhe in die Tiefe. Die Glocke bleibt heil, es wird auch niemand verletzt.

1956

Landau bemüht sich nach Einführung der Bundeswehr vergeblich als Garnisonsstandort.

1958

Das Heimatmuseum in der Höckinger Straße wird in dem alten Weißgerberhaus aus dem 18. Jahrhundert eröffnet. Es trägt die deutliche Handschrift des hiesigen Kaminkehrermeisters und Kreisheimatpflegers Michael Fraundorfner. Träger des neuen Museums ist der Verein „Die Förderer“.
Im Zuge der Teerung der Ludwigstraße wird der altersschwache Ludwigsbrunnen, dem heute noch nachgetrauert wird, aus dem Stadtbild entfernt.
Links der Isar wird der zweite Kindergarten der Stadt in der Schlesischen Straße eröffnet.

1959

Mit einem Zweigwerk von „Triumph“, in dem Miederwaren hergestellt werden, kommt der erste Industriebetrieb in das neue Gewerbegebiet an der Straubinger Straße.
Mit dem Bau der Umgehungsstraße wird in der Unteren Stadt begonnen. Sie führt auf dem bisherigen Hochwasserdamm in die Zanklau und in einer weiten Linkskurve hinauf bis Schreieröd.
Bereits damals ist von einer Kriechspur für den Schwerverkehr, einer dritten Isarbrücke und einer Überführung der Bahnlinie die Rede.
Das Bischöfliche Ordinariat Passau erwirbt die „Karlwiese" in unmittelbarer Nähe des Flurbereinigungsamtes, um einen Platz für den Kirchenbau einer neu zu gründenden Pfarrei links der Isar zu ermöglichen.
Landaus Jugend bekommt einen neuen Sommertreff: Das großzügig angelegte Freibad an der Harburger Straße ist das schönste weit und breit. Es wird als „Zierde des Kreises“ gepriesen.
Der Erweiterungsbau des Hl.-Geist-Bürgerspitals am Spitalplatz wird eingeweiht.

weiter zu Teil 3 (ab 1960)

Nik Söltl